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Mittwoch, 2. Oktober 2013

Augenblicke in der Buchhandlung


Klaus Kreimeier
Traum und Exzess
Zsolnay
24,90 €
Marc-A. Mathieu
3 Sekunden
Reprodukt
18,00 €

Samstag, 14. September 2013

Reading Along the NYRB


50 Jahre New York Review of Books 50 Years
NYRB Volume XLI, Number 11
The first issue I received was of June 9, 1994, and I have loved to read the magazine ever since. It opens worlds not just of books and literature but of Fine Arts and Politics, and all on the highest level of form and content, illustrated by beloved cartoons of the late David Levine and ingenious black and white photographs by Dominique Nabokov.

So let me introduce a first blend of this noble literary magazine and books from the stocks of the Schröersche Buchhandlung and let's call it: Reading along the NYRB.

In said Volume XLI, Number 11 Michael Meyer reviews books by and about Ingmar Bergman. Some quotes, about Laterna Magica:
»When I asked one of his best-known actors what he thought of Bergman's autobiography, he replied: “You mean that novel Ingmar wrote about his life?”«
and further:
»That book was mainly a prolonged and merciless self-indictment, a delving into his childhood to find the causes of his unhappiness and self-hatred.«
» […] his skills as a writer, though considerable, are much more flawed than his skills as a director.«
But caution! Meyer in the same article calls Somerset Maugham “a writer of famously flat prose”. Grrr. He is stern, actually, regarding Bergman's own writings, books about him, his films, too. But he does love “Fanny and Alexander”. And he concedes to Bergman that whatever little he writes about his films in Laterna Magica, especially touching childhood memories, is worthwhile reading.

Vorrätig von und über Ingmar Bergman sind folgende Titel:

Alexander
Bergman, Ingmar
Autobiografie (1987)
Ü: Hans-Joachim Maass

und aus dem Verlag Bertz + Fischer:

Essays, Daten, Dokumente (dt./engl.)
Hrg.: Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen
Red.: Gabriele Jatho / Vorw.: Marion Löhndorf

“Essays, Films and Reviews: In five introductory essays, Marion Löhndorf
Bertz + Fischer
illuminates Bergman’s great themes: »search«, »artist«, »faith« and »relationships«, as well as the close entwinement between his »life and work«. Contemporary reviews document the diversity and vitality of the Swedish, German and English-language reception accorded this remarkable director and thus the enormous impact of an œuvre in which Ingmar Bergman repeatedly fell back on a seasoned team of artists and technicians. The principle of continuity also played a major role in his choice of subject matter. One can, therefore, also view Bergman’s œuvre as an integrated project: as a unique cinematic tapestry composed of self-referential quotes, reflections and inversions – »of motifs and hidden cross-references that are consciously repeated« (Löhndorf). The book also contains a comprehensive filmography, as well as rare film stills and behind-the-scenes photos.“ (publisher's information)

Bertz + Fischer

Von Lüge und Wahrheit
Hrg: Warnecke / Jaspers

“Der opulent bebilderte Katalog präsentiert zahlreiche unveröffentlichte Dokumente aus [der Bergman Foundation]. Neben Bergmans persönlichen Dreh- und Arbeitsbüchern sowie umfangreichen Korrespondenzen bieten Werkfotos, Entwürfe, Requisiten und Originalkostüme einen facettenreichen Parcours durch das fast sieben Jahrzehnte umfassende Schaffen des Film- und Theaterregisseurs. Einen Schwerpunkt bildet dabei die faszinierende Überlagerung und Umformung von autobiografischem Erleben und künstlerisch fiktionalem Werk. Interviews mit namhaften Filmschaffenden zeigen die Aktualität von Bergmans Œuvre auf. Mit einem Originalbeitrag von Henning Mankell.” (Verlagstext)

Übrigens: Wir besorgen auch gerne die DVDs mit den Filmen von Ingmar Bergman.

Dienstag, 3. September 2013

Berenberg Bravo Bravissimo!


Schaufenster September 2013

Berenberg
Am Drama-Vorlese-Montag lasen wir zur Probe etwas in Olof Lagercrantz Buch "Strindberg und ich", und da wunderte ich mich aufs Neue, warum nicht viel mehr Menschen Interesse an den Berenberg Büchern zeigen, die doch alle sehr sorgfältig ediert und kunstfertig gebunden daherkommen und inhaltlich Vieles zu bieten haben. So habe ich jedenfalls - in der Übersetzung von Renate Bleibtreu - Lagercrantz entdeckt mit seinem hellen Verstand und verhaltenen Humor und seiner Eleganz in der Formulierung. Inzwischen hörte ich, dass es von ihm - im Insel Verlag - eine lohnenswerte Einführung zu Dantes Göttlicher Kommödie gab, auf die ich nun neugierig bin. Außerdem habe ich wirklich Lust, endlich mal etwas von Strindberg selbst zu lesen. Bei Berenberg gibt es von ihm Schriften aus dem Nachlass: "Notizen eines Zweiflers".


Berenberg
Berenberg bietet auch ein umfangreiches Programm zu aufrechten Denkern und Akteuren zwischen und nach den Weltkriegen. Darunter sind wahrhafte Europäer, wie der wenig bekannte Katalane Xammar, der in dieser Stadt Berlin über die Inflation berichtete und wie es dazu kam und wie seine Folgen sich zeigten, alles im Geist der Völkerverständigung, dessen Niedergang er kommen sah. ("Das Schlangenei")

Berenberg
Eine Linie geht den Genüssen und Freuden nach, Film, Mode, Sport, den schönen Künsten.  Dieses Jahr ist beispielsweise ein Buch über die frühen Jahre Hollywoods erschienen: "Selig & Boggs". Mich reizt auch A. J. Lieblings "Zwischen den Gängen", Ein Pariser Menu 1930–1960. Das würde schön meine Lektüre ergänzen vom "Alice B. Toklas Cookbook", bei der mir die Fischmenus im Krieg noch in guter Erinnerung geblieben sind, als es nur noch von der ganz kleinen Sorte gab. (Bertrand Russell beobachtete in seinen Memoiren bei seiner Rußlandreise, dass die Fischgerichte der Bevölkerung dort nur Kopf und Schwanz enthielten, und er wunderte sich, was aus all den fehlenden Bäuchen geworden war).

Dann gibt es Übersetzungen zur Literatur von den Vereinigten Königreichen, sei es zu Samuel Beckett oder von Christopher Isherwood oder Jessica Mitford, Perry Anderson usw. Außerdem gibt es noch einen Schatz an Büchern über Literatur, beispielsweise von Michael Maar oder von Joachim Kalka (der bei Berenberg auch fleißig übersetzt). Literatur von Argentinien und Brasilien und vieles Mehr ist zu entdecken. Auf der Internet-Ladenseite können Sie mehr der vorrätigen Titel sehen (und gerne auch kaufen), die gerade allesamt im Schaufenster versammelt sind und ein Hoch auf den Berenberg Verlag anstimmen. Ich freue mich über jedes Interesse und natürlich erst Recht über jeden Käufer.

Berenberg
Berenberg
Berenberg
Berenberg
Die Verlags-Links leiten Sie auf die geschmackvoll gestaltete Seite vom Berenberg Verlag. Die Titel-Links führen zu der prosaischeren Seite von schröersche.eu, über die Sie aber tatkräftig den lokalen Buchhandel unterstützen können ....

Donnerstag, 25. Juli 2013

Von Diogenes und von Suhrkamp


Balzac
Lem
Merian
Nizon

Weil's so schön war, noch einmal

Von der Insel-Bücherei: Im letzten Jahr feierte die Insel-Bücherei ihr 100-jähriges Bestehen mit einer Reihe von extra gestalteten Neuauflagen, darunter die von Balzac mit den Zeichnungen von Picasso, Das unbekannte Meisterwerk. Aber auch die Erzählung von Stanisław Lem, Professor A. Donda, die in der Sammlung Sterntagebücher* im Suhrkamp Taschenbuch lieferbar ist, kam 2012 als Erstauflage in der Insel-Bücherei heraus, mit beeindruckenden Illustrationen von Benjamin Courtauld. 2011 war von Paul Nizon Goya erschienen, ein Buch, das mich gleich mit der ersten Seite zum Fan machte, und das hier schon mehrmals glückliche Käufer fand. Bekanntermaßen führe ich ja eigentlich jeden Titel nur einmal in meinem begrenzten Programm, aber Nizon hatte ich dazubestellt, obwohl noch eine Kopie vorhanden war, und die zweite Nummer war noch nicht eingetroffen, da war die erste schon wieder verkauft. Das letzte im aktuellen Reigen der Insel-Bändchen ist: Neues Blumenbuch, von Maria Sibylla Merian. Das ist in diesem Jahr erschienen und kommt ganz betörend daher im Großformat.

* Die Links unter den Titelabbbildungen verbinden Sie mit der Verlagsseite und den Veröffentlichungen der Autoren dort, die Titel im Text sind mit dem digitalen Laden der Schröerschen Buchhandlung verbunden.

Noch mehr Gutes: Das posthum von Christa Wolf erschiene Ein Tag im Jahr im neuen Jahrhundert war viel zu schnell verschwunden, und jetzt kam es wieder herein, schon in zweiter Auflage. Sowas ermutigt mich, wenn ich weiss, dass solche Bücher immer noch viel gelesen werden. Die Gedichte von Natan Zach, gesammelt unter dem Titel Verlorener Kontinent, verdienen weitere Verbreitung. Brasilien von Stefan Zweig ist auch wieder eingetroffen.

Wolf
Zweig
Zach

Szabó
Die Geschichte von der Magd -Aus der Suhrkamp Taschenbuch Reihe kam Hinter der Tür von Magda Szabó. Ganz abgesehen davon, dass in seiner Verfilmung Helen Mirren die Magd Emerenc spielt, reizt mich selbst, den Roman zu lesen ( - vielleicht, wenn ich mit Jugend und Vollendung von Heinrich Mann und mit A suitable Boy von Vikram Seth durch bin, die gerade noch auf den Jahresprogrammen Henri Quatre Colloquium (hqc) und Suitable Team bei dovegreyreader anliegen). Der Titel reiht sich dann ein mit anderen Romanen und Erzählungen über Mägde in der Literatur: Ein schlichtes Herz von Gustave Flaubert und Die Magd Zerline von Herman Broch. Gerade sahen wir zu Hause den großartigen Film von Robert Altmann: Gosford Park, zu dem es allerdings keine Romanvorlage gibt.

Das hatte noch gefehlt!

Brunhoff
Rey
Spyri

Kein Kinderkram: Es war an der Zeit, dass ich ganz wesentliche Lücken im Programm schließen musste; denn was ist eine Kindheit ohne der Geschichte vom kleinen Elefanten, namens Babar, ohne Heidi, von deren Lehr- und Wanderjahren wir durch Johanna Spyri viel aufregender lesen können als in Wilhelm Meister. Dann gehört auch Coco zur Grundausstattung kindlicher Heldengestalten. Dann ist da noch Sendaks Geschichte: In der Nachtküche - auf jeden Fall ein Buch, das eine Epochenwirkung ausübt. Und die geliebte Beatrice Potter! Diogenes hat gleich vier Geschichten großformatig in einen fein produzierten Band vereinigt: Die gesammelten Abenteuer von Pater Hase. Verblüfft sah ich, dass Potter nicht nur in Aquarell, sondern auch in Holzschnitt gearbeitet hat, und dachte doch, schon so gut Bescheid zu wissen.
Potter
Sendak

Und für die Großen: Ziemlich frisch, vom Mai, ist das abschließende kleine aber gewichtige Bändchen, XII, von Jürgen Habermas' Kleine politische Schriften: Im Sog der Technokratie. Privat las ich im letzten Jahr sein Buch "Zur Verfassung Europas", wobei mich seine kluge Analyse beeindruckte. "Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten" hat sich vielleicht Tom Hodgkinson gesagt und sich aufgemacht in die Schöne Alte Welt, die er meint, dort zu finden. Im Inseltaschenbuch erschien dieses Jahr "Ein praktischer Leitfaden für das Leben auf dem Lande", und wer jetzt im Sommer mit dem Radel hier in Berlin zur Stadtgrenze unterwegs ist, staunt immer wieder, wie Wald, Wiesen und Weiden just vor der Haustür locken.
Habermas
Hodgkinson


Dienstag, 2. Oktober 2012

Literaturverfilmungen

Reclams Universalbibliothek
Literaturverfilmungen
Interpretationen
Reclam, Stuttgart
erweitert und aktualisiert, 2012
978-3-15-017536-1
9,80 €

Ich schlug dies Büchlein auf und dachte gleich: ach, den musst Du noch mal sehen! und Mensch, das musst Du wieder lesen!

Weswegen ich Literaturverfilmungen mag ist, weil sie mir etwas verraten, wie ein anderer Mensch den Stoff aufnimmt und verarbeitet, über den ich mir zuvor meine eigenen Eindrücke und Gedanken gesammelt habe.  

Letzten Sonntag zeigte ARTE die Verfilmung von Monsieur Hire. Die Interpretation zur Verfilmung von Monsieur Hire ist in dieser Sammlung bei Reclam von immerhin 30 Beispielen nicht dabei. Also Georges Simenon. Diesesmal bei der Verfilmung war ich wieder einmal erstaunt – und ich muss sagen, auch enttäuscht. Beim Lesen kam es mir so vor, als habe Simenon die Armseligkeit von Kleinbürgern besonders meisterhaft in eine nass-kalte erbärmliche Szene gesetzt. In der Verfilmung leben die Protagonisten chique und sauber, hungern und frieren nicht. Und dann ist da noch die Schlußszene, die mich beim Lesen beinahe umgehauen hat – der Regisseur hatte daraus etwas völlig anderes gemacht, wie mir scheint. Trotzdem habe ich den Film gerne gesehen. Ich würde ihn als etwas Eigenes betrachten. Er war ein ästhetisches Vergnügen. Man schaute, man lauschte, man roch. Aber müsste ich wählen zwischen Leconte und Simenon: immer her mit dem Buch!

Diogenes
Film:
Monsieur Hire, Frankreich, 1989
Regie: Patrice Leconte
mit Michel Blanc (Monsieur Hire), Sandrine Bonnaire (Alice), Luc Thuillier (Emile), André Wilms (Polizeiinspektor)

Georges Simenon
Die Verlobung des Monsieur Hire
Aus dem Französischen von Linde Birk
Diogenes, 2012
978-3-257-24101-3
9.00 €